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Teil 1

Wer ich bin?
Ich heiße Dana Hardy, bin 27 Jahre alt und bin ein Nichts,
naja, das dachte ich bis vor kurzem.

Jetzt bin ich ein Jemand, erfolgreich,
glücklich. ?

Wie es dazu kam? Ich erzähle es euch…

Es klingelte mein Wecker, mit kleinen Augen und einen steifen Nacken quälte ich mich morgens aus dem Bett. Ab ins Bad, Toilettengang, Zähne putzen, duschen, anziehen… eben das übliche wie immer.
Nach einer morgendlichen warmen Schokolade und den verzweifelten Versuch mir was zu essen startete ich den Tag.
Ein Auto konnte ich mir nicht leisten, und naja mein Fahrrad brachte mich auch eher schlecht als recht auf Arbeit.
So wirklich Spaß machte mir meine Arbeit nicht, was ist denn auch schon aufregend daran jeden Tag 8 Stunden auf den Bildschirm zu sehen, Tabellen kalkulieren und den Chef in den Allerwertesten kriechen. Was man eben so tat um die schlecht bezahlte Arbeit zu behalten.
Wirtschaftskrise nennen es die Politiker. Aber die denken ehe das sie alles mit uns machen können. Wir, das kleine, steuerzahlende Fußvolk.
Aber nun zurück zu mir.
Mein Boss war eine Frau, Diane Parker ist ihr Name, streng, elegant und bewachend. Ein echter Chef eben. Meine erste Aufgabe am Morgen bestand darin ihr einen Kaffee zu kochen. Vom Bäcker Brötchen holen und in ihrem Büro Ordnung machen. Tag ein Tag aus. Jeden morgen ab 8 Uhr das gleiche. Um 9 Uhr dann kam sie auch und beschwerte sich meistens über das viel zu krosse Brötchen, wenigstens Guten Morgen kam über ihre Lippen. Und seit 2 Wochen schmeckte ihr auch mein Kaffee.
Sie war eine groß gebaute und schlanke Frau. Sie war nicht vergeben, ab und zu telefonierte sie mit einer Freundin oder wurde von ihr abgeholt. Diese Freundin grüßte mich immer wenn ich noch im Büro war, unterhielt sich mit mir wenn Frau Parker noch was zu tun hatte. Ich sollte es ja nicht verraten aber ich mache es einfach, sie ist 34 Jahre alt, achtet sehr auf ihr Äußeres und ist dem Kunden gegenüber immer nett und zuvorkommend. Oft wünschte ich mir ich sei ein Kunde aber nein, das Schicksal meinte es nicht gut mit mir. Von meinen Kollegen bekam ich auch nur Spott. Eine Arschkriecherin sollte ich sein. Fehlte nur noch das ich mich Hochschlafe, sagten sie oft. Ein Kameradenschwein sollte ich sein. Aber wenn sie was brauchten dann war ich wieder die Beste. Und was habe ich gemacht? Ich habe es ertragen. Mich nicht gewehrt.
Ich war wie ein Computer. Ich lebte nicht, ich funktionierte!
Was gemacht werden musste machte ich, egal ob ich wollte oder nicht.
Überstunden? Ich meldete mich freiwillig, auch am Wochenende. Natürlich unbezahlt und nicht gewürdigt.
Unser Büro war schlicht und kalt eingerichtet. Weiße Wände, nur 2 Blumen im Fensterbrett versprühten so was wie… nein eigentlich passten sie ins Büro, sie waren verwelkt, Unkraut.
Der Raum war groß, ungefähr Sechs mal Zehn Meter. Wie in einem Klassenzimmer waren unsere Tische angeordnet, fünf Stück. Ich saß ganz hinten, konnte auf die Monitore vor mir schauen. Hinter meinen Tisch kam das Extrabüro unserer Chefin. Mit Klimaanlage und Stressless-Sessel ausgestattet. Ein paar Blumen im Raum verteilt belebten das Büro ungemein. Ihr Tisch immer sorgfältig aufgeräumt und geordnet. Kein Wunder, machte ich dies ja jeden Morgen sauber. Der Ausblick aus ihrem Büro war atemberaubend. So manch einen Abend habe ich hier gesessen, ganz alleine während meiner Überstunden und habe schöne Sonnenuntergänge gesehen. Das weite Feld, am Horizont der Wald, manchmal habe ich auch Rehe gesehen. Ganz anders als aus unserem Büro. Wir schauten auf eine graue Betonwand unseres Nachbargebäudes. So nah an unsere Fenster gebaut das auch bei bestem Wetter keine Sonne zu uns durchdrang. Jeden Tag das Kunstlicht.
Dann ist mein Fahrrad kaputt gegangen und ich hatte nicht einen Cent für ein Neues. Ich musste den Schritt ins Chefbüro wagen. Ich war aufgeregt, wusste eigentlich schon dass ich mit leeren Händen zurück gehen würde. Aber ich versuchte es. An diesen Tag machte ich wieder Überstunden.
Frau Parker kam oft zu mir und gab mir Tabellen mit der Bitte diese schon Gestern überarbeitet zu haben. Ich sprach sie kurz vor der Mittagspause an, sagte ihr dass ich sie dringend sprechen müsste, sie vertröstete mich auf den Feierabend hin: „Jetzt nicht, Frau Hardy, ich habe zu tun, das sehen sie doch, oder? Kommen sie heute nach Schluss zu mir!“ Meine Kollegen rollten schon wieder mit den Augen und verspotteten mich. „Na, willste wieder was besseres sein als wir?“ Irgendwas war anders als sonst mit Chef, das merkte ich. Sie trank ihren Kaffee nicht, das Brötchen lag auch unberührt da. Dann kam der Moment, Feierabend, meine vier Kollegen gingen nach Hause. Punkt 16 Uhr werden alle Stifte fallen gelassen und um eine Minute nach Vier ist keiner mehr da. Ich drehte mich um und schaute zur Tür von Frau Parkers Büro. Stand auf, ging auf die Tür zu und wollte klopfen, da vernahm ich ein Schluchzen, es kam aus ihrem Büro. Ich klopfte an. „Moment bitte“, erklang eine nervöse Stimme. Mein Herz klopfte, „Ja, bitte, herein“.
Ich öffnete die Tür und sah sie an, sie saß auf ihren Sessel vor dem Tisch, schaute aus dem Fenster. Ihr Profil verriet mir das irgendwas nicht stimmte, mit all meinem Mut sprach ich sie an: „Ist alles in Ordnung? Ich vernahm ein Schluchzen und dachte das irgendwas nicht OK sei.“ Sie drehte sich mit dem Stuhl um, von mir weg, stand auf und ging zum Fenster. Aus ihrer Hand fiel ein Taschentuch, sichtlich benutzt. Sie stützte ihre Hände auf die Fensterbank und schaute raus: „Ja… Ist es nicht ein schöner Ausblick? Die Natur, so unberührt, so schön.“ Was wollte sie damit bewirken? Lenkte sie ab? Aber sie sagte doch Ja, also muss alles in Ordnung sein. Aber das Taschentuch? Ich ging zu ihr und hob das Tuch auf, stellte mich neben sie, schaute auch aus dem Fenster. Dann gab ich ihr das Taschentuch wieder und sagte: „ Ja… das ist es, ich liebe diesen Ausblick, manchmal, wenn ich länger mache stelle ich mich hier hin und schaue den Sonnenuntergang an.“ Sie nahm das Taschentuch wieder in die Hand und knüllte es zusammen: „ Sonnenuntergang? So lange machen sie? Haben sie denn kein Privatleben? Keinen Menschen der auf sie wartet? Gehen sie nach Hause, genießen sie das Wetter, keine Angst die Arbeit wartet auch bis morgen auf sie.“ Sie sah mich nach wie vor nicht an. Ihre Hand drückte das Taschentuch fester zu. Ich legte meine Hand auf ihre Schulter, war mir aber nicht sicher ob es richtig war. „Ich… habe niemand der auf mich wartet, ich habe nur die Arbeit… Manchmal ist es gut mal mit jemanden zu reden, einfach so… ohne Zwänge… machen sie es, sonst enden sie so wie ich.“, ich drehte mich um und ging. Mein neues Fahrrad muss warten.
Ich hatte noch nicht einmal Geld für die Busfahrt und so lief ich die Sieben Kilometer nach Hause. Viel Zeit um nachzudenken. Der Weg führte mich an einem Zeitungsladen vorbei, kurz hielt ich an und las die ausgehangene Zeitung. Karneval, überall dieser Mist über besoffene, scheinbar erwachsene Leute. Dann entdeckte ich einen Artikel, ganz klein, in der unteren linken Ecke. Zwischen all den bunten Bildern:

Junge Frau stirbt bei einem Verkehrsunfall.
Die 29 jährige befuhr gestern Vormittag eine Landstraße
als aus der Gegenrichtung ein Auto mit überhöhter
Geschwindigkeit kam. Bei den Frontalzusammenstoß
starb die junge Fahrerin. Der Fahrer des anderen Autos
überlebte schwerverletzt. Unfallursache unklar.
Zeugen bitte bei der Polizei melden.

Dann ging ich weiter, musste an das Unfallopfer denken, aber nur kurz. Dann schwirrte mir wieder das Gespräch mit meiner Chefin durch den Kopf. Warum ist sie so traurig gewesen? Was ist los, was ist passiert? So kenne ich sie nicht, sonst ist sie immer so kühl, professionell, keine Chance nur eine private Info über sie zu entlocken…War es richtig von mir, ihr meine Hand auf die Schulter zulegen? Sie ist mein Chef, da macht man sowas nicht! War es richtig ihr zu gestehen dass ich Niemanden hatte? Habe ich mich als Niemand geoutet? Was denkt sie jetzt über mich?... Das Fahrrad kann ich jetzt wohl komplett vergessen… Das heißt dass ich morgen noch früher aufstehen muss.
Dann wurde ich aus den Gedanken gerissen. 2 Frauen mit Nordic-Walking-Stöcken kamen an mir vorbei: „Hast du das gehört von der Frau? Ist das nicht schrecklich? Da soll sich doch der Typ von der Brücke stürzen wenn er nicht mehr leben will, aber doch nicht Unschuldige in den Tod reißen und selbst überleben!“ „Unfassbar!“ Mehr bekam ich von deren Unterhaltung nicht mit. Dann versank ich wieder in meiner Gedankenwelt und ehe ich mich versah war ich zu Hause. Ich zog meine Schuhe aus, schaltete mein Computer ein und recherchierte über den Unfall. Tatsächlich wollte der sich umbringen, sogar mit Abschiedsbrief…So ein Schwein, das der überlebt? Wahnsinn, was es doch für bescheuerte und kranke Leute gibt…Ob Chef sie kannte?...
Am nächsten Morgen wachte ich wieder völlig unausgeschlafen und verspannt auf. Habe von dem Unfall geträumt. Um viertel vor Sieben ging ich dann aus dem Haus. Auf zur Arbeit.
Pünktlich um 8 Uhr war ich auf Arbeit, der Vorteil daran dass ich lief war dass ich das Brötchen für die Chefin schon kaufen konnte. Vor dem Bürokomplex stand das Auto von Frau Parker. Sonst war der Parkplatz noch frei. Huch? Ist Chef schon da? dachte ich und ging die Treppen hoch. Auf halben Weg kam Max mir entgegen: „ Guten Morgen Dana, Vorsicht heute hat die Chefin schlechte Laune.“ Dann war er auch schon wieder weg.
Max war einer meiner Kollegen, der einzige der auch mal mit mir redete, ich meine so richtig vernünftig redete. Er stichelte nicht auf mir rum, er findet es schade dass ich so einsam bin und nicht akzeptiert werde. Max ist echt ganz O.K. aber eben auch nur ein Mann der auf der Suche nach sexuellen Abenteuern, ich meine er baggert alles an was ihm über den Weg läuft, eben ein richtiger Gigolo. In mir sieht er nicht eine Frau sondern ein Kumpel. Wir reden ab und zu mal in der Pause über Frauen und ihre Eigenheiten. Waren die anderen Kollegen dabei redete er nicht mit mir. Er wollte kein Außenseiter sein.
Dann betrat ich unser Büro. Nach einen flüchtigen Guten Morgen zu meinen Kollegen steuerte ich auf die Tür zur Chefin zu. „ Warte, nein, geh da nicht rein… Das hast selbst du nicht verdient.“, Lena hielt mich am Arm und schüttelte den Kopf. „ Sie ist schon vor uns hier gewesen… Heute hat sie echt schlechte Laune, wir mussten alle Termine absagen, sie will keinen sehen und hören. Bleib lieber hier.“ „Was ist passiert? So früh ist Chef sonst nie hier.“, fragte ich. Keiner wusste eine Antwort.
Ich atmete tief ein und klopfte an. Keine Antwort, ich klopfte nochmals an. Wieder nichts. Ich öffnete einfach die Tür und ging schnell rein. „ Ich habe nicht herein gesagt. Also gehen sie wieder raus.“, wieder saß sie in ihren Sessel mit den Rücken zu mir. „ Ich habe hier ihr Brötchen, ich lege es einfach hier auf den Tisch. Wollen sie noch ein Kaffee?“ „Bitte… gehen sie raus, sonst muss ich laut werden! Und den Kaffe können sie sich auch wohin stecken.“ Das war mal eine Ansage. Was ist jetzt los? Was ist passiert? Kannte sie etwa die Frau vom Unfall? Ich muss nachher irgendwie mit ihr sprechen. Ich drehte mich rum und sagte: „ Wenn irg…“, weiter kam ich nicht. „ RAUS!“. Ich öffnete die Tür und ging mit schnellen Schritten raus. Meine Kollegen schauten mich nur erstaunt an. Ich schaltete mein PC ein und schaute nach Terminen die heute noch anstanden, ich musste die absagen, so soll keiner mit unserer Chefin in Kontakt treten. Im Terminkalender entdeckte ich wieder eine Notiz…

16:30 Michaela

Das war ihre Freundin die sie ab und zu abholte. Sollte ich sie anrufen und ihr abraten heute mit ihr raus zugehen? Ich tat es nicht, ist ja nicht mein Privates sondern Frau Parkers. Der Tag raste mal wieder nur so an uns vorbei. Heute war so wenig zu tun das ich pünktlich Feierabend machen könnte, aber ich entschied mich zu bleiben.
Die Uhr verriet mir dass es schon 16:35 war. Mensch sie kommt später? Das macht sie sonst nie. Was ist mit Michaela los?... Geht es Frau Parker schon besser? Ich schau mal nach ihr. Ich wollte gerade aufstehen da öffnete sich die Bürotür von der Chefin, das erste Mal heute, doch keiner kam raus.
Ist Michaela die Frau vom Unfall?... Sie ist sonst nie zu spät gekommen. Ich stand auf und klopfte an die offene Tür: „ Darf ich reinkommen?“ Es kam keine Antwort. „ Chef? Ist alles OK? Sie sind heute so ruhig?“ Ich ging in ihr Büro, sie stand wieder am Fenster, schaute raus. Die Hände wieder krampfhaft auf die Fensterbank gestützt. „ Sind die anderen weg?“, fragte sie. „Ja, die sind schon lange weg.“, ich nahm mein Mut zusammen: „ Die Frau… ich meine den Unfall…ist es Michaela?“ Sie brach in Tränen zusammen. Oh mein Gott, es ist Michaela… nein… Scheiße.
Ich ging zu Frau Parker und setzte mich neben sie auf den Boden: „ Das tut mir Leid, ich… ich weiß nicht was ich sagen soll… Es tut mir so Leid.“ Nach beunruhigender und lang andauernder Stille sagte sie etwas: „ Sie wissen doch gar nicht wie schlimm das ist, wenn man jemand verliert der ein Alles bedeutet.“ Ich legte meine Hand auf ihre Schulter: „ Oh doch… mir hat man Alles genommen, wirklich Alles.“ Sie hob den Kopf und schaute mich an. Ihre braunen Augen waren erfüllt von Trauer und Wut. Ich schaute sie an und versuchte sie zu trösten: „ Was ist sie für sie?“ „ Entschuldige aber das ist privat… ich… sie war meine Freundin. Seit 10 Jahren kenne ich sie, wir wollten in ein paar Wochen nach Bali fliegen… nur wir zwei. Da habe ich mich schon so lange drauf gefreut. Sie war mein Halt.“ Entschuldige? Sie hat mich geduzt? Soll ich sie auch? Nein, das mache ich nicht, ich kenne sie nicht, ich habe nicht das Recht dazu. Soll ich ihr meine Geschichte erzählen? Soll ich mich ihr anvertrauen?
„ Es ist schön solch einen Menschen zu haben und umso grausamer wenn er oder sie dann gehen. Möchten sie darüber reden?“ Sie schaute mich fragend an: „ Warum? Sie sind meine Mitarbeiterin, ich bin ihr Chef. Sowas wie das hier sollte nicht passieren. Was sie jetzt wohl über mich denken? Ich muss stark sein, das gehört hier nicht hin, nicht auf Arbeit.“ Frau Parker wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stand auf, schaute wieder aus dem Fenster. Ich stand auch auf, stellte mich neben sie: „ Seit einer Stunde ist es keine Arbeit mehr. Es ist Feierabend. Ich sagte ihnen doch bereits gestern das es auch mal gut ist einfach mal mit jemanden zu reden der nicht im privaten Umfeld vorhanden ist, eine zweite Meinung, jemand der ohne Vorurteile, ohne zu wissen wer die Person ist, einfach mal fallen lassen…. Das tut gut, das tat auch mir gut… damals.“ Ich schaute sie an, sah ihr in die Augen: „ Was ich über sie denke?... Sie sind eine wahnsinnig starke, hübsche Frau, ein Mensch mit Gefühlen, jemand den ich mag. Egal ob sie Chef sind oder nicht, ich respektiere sie, schaue zu ihnen auf. Und… ich sehe sie nicht gerne so wie jetzt.“, mit meiner Hand wischte ich ihr eine Träne aus den Gesicht „ dieses traurige Gesicht, das steht ihnen nicht.“ Da war sie, diese Stimmung, dieses Gefühl das richtige gemacht zu haben. „ Wenn sie aber nicht reden wollen, nicht mit mir, das ist kein Problem, dann gehe ich jetzt. Nehmen sie sich frei. Ruhen sie sich aus, ersticken sie sich nicht selbst in Arbeit… das würde sie nur verrückt machen, glauben sie mir.“ Ich wartete auf eine Antwort, Sekunden vergingen, nichts kam also drehte ich mich um und steuerte auf die Tür zu. „Danke.“
Ich erschrak als sie das Wort sagte, ein kalter Schauer durchfuhr mich. Ein letztes Mal drehte ich mich zu ihr und sah wie sie versuchte mir ein Lächeln zu schenken. „ Nicht dafür“, mit schüttelnden Kopf ging ich aus ihrem Büro und zog mir die Jacke an.
Auf dem Weg nach Hause setzte ich mich auf eine Parkbank, ich konnte nicht mehr, fing an zu weinen. Kathy, ich vermisse dich. Warum ist das Leben so unfair zu mir? Was habe ich gemacht? Habe ich es wirklich so verdient? Und nun das mit Michaela. Ich kenne sie ja nicht, aber sie muss eine sehr wichtige Person für Frau Parker sein. Oh man ich bin so durcheinander…
„ Guten Abend, schöne junge Frau“, ich erschrak aus meinen Gedanke heraus und schaute rechts neben mich. Da saß ein Mann, ich schätzte dass er so um die 40 sein musste. Ich musterte ihn von Oben bis Unten. „ Entschuldigen sie, aber sollte ich sie kennen?“, fragte ich verwundert. „ Nein wir kennen uns nicht. Sie sahen so traurig aus, haben geweint, da dachte ich mir schau ich mal ob ich sie etwas aufheitern kann. Traurige Menschen finde ich nicht gut, jeder hat ein Recht darauf glücklich zu sein. Ach ja, wie unverschämt von mir ich bin Dr. Oliver Schmidt. Ich gehe hier gerne spazieren. Ist so schön ruhig hier.“ Er reichte mir seine Hand. Doktor Oliver Schmidt, kenn ich nicht, und dann noch diese billige Anmache. Was mache ich jetzt nur? Ich gehe, ich stehe auf und gehe….aber wenn er mich verfolgt? Dann weiß er wo ich wohne. Sehe ich schon wieder nur das Böse im Menschen? Was ist wenn er nett ist, mich wirklich nur aufmuntern will? Ich sah zu ihn und gab ihn meine Hand: „ Dana Hardy, ohne Doktortitel.“, er fing an zu grinsen. Ich auch. „ Na das ist doch mal erfreut, ich dachte sie rennen gleich weg. Was verschlägt sie hier hin? Ich meine hier im Dunkeln auf dieser Bank. Haben sie keine Angst dass hier wer ankommt und sie verschleppt? Ich meine nicht dass sie jetzt denken ich wollte das. Nein ich bin nur ein verrückter Wissenschaftler, keine Angst ich beiße nicht, ich will mich hier nur mal wieder inspirieren lassen. Oh, sie merken bestimmt das ich oft und viel rede.“ Wieder lächelte er: „ Warum sind sie so traurig?“ Ich wusste nicht warum aber ich fühlte mich etwas besser, hatte ein gutes Gefühl bei seiner Anwesenheit also erzählte ich: „ Nun, hatte ein scheiß Tag auf Arbeit. Haben sie von den Unfall gehört?“, er nickte „Nun, das ist eine Freundin meiner Chefin. Und dementsprechend ist auf Arbeit echt Stunk. Und dann kamen noch ein paar Erinnerungen von früher hoch. Das war zu viel für heute. Ach ja mein Fahrrad ist seit ein paar Tagen kaputt, muss also immer laufen. Aber das soll ja fit halten.“ „Na das ist aber ein Tag der hoffentlich nicht so schnell wieder kommt. Mein Tag war heute auch nicht gut. Arbeite an einen Projekt und naja, habe die falsche Software installiert und dadurch 2 Millionen € Schaden angerichtet. Aber morgen ist auch ein neuer Tag und dann behebe ich den Fehler.“ Er gab mir ein Taschentuch mit dem ich meine Tränen aus dem Gesicht wischte: „ Wow, und? Jetzt sind sie gekündigt worden? An was arbeiten sie da?“ Er fing an zu lächeln: „ Ich kann mich selber nicht kündigen, ich entwickel gerade eine, hm, einfach gesagt, eine zweite Realität, ist ein Computerspiel. Aber auf einer völlig neuen Ebene. Man sitzt nicht nur stur auf den Stuhl vorm PC. Nein man loggt sich ein, mit einen Interface, also ein Helm und dann taucht man ein in eine andere Welt. Man kann sie sich gestalten wie man will. Man erstellt einen eigenen Charakter und lebt mit diesen da. Bis man sich ausloggt.“ Ich fuhr ihn in sein Wort: „ Sowas gibt es doch schon, seit Jahren, also das mit der zweiten Welt, ich habe das Spiel auch gespielt. Vor lauter Verzweiflung.“ „ Ja, das stimmt aber nicht so wie ich es entwickel. Bei dem Spiel was sie meinen sitzen sie vorm PC, sehen alles was im Raum ist. Bei meiner Erfindung tauchen sie völlig ein in diese Welt.“ Euphorisch berichtete er über seine Erfindung. Völlig eindringen in eine andere Welt? Ein neuer Mensch. Klingt mal nach einen interessanten Spiel. „ Und es kann mal eine völlig andere Ablenkung sein wenn man mal einen schlechten Tag hatte. Ich selber sitze auch 4 Stunden täglich online im Spiel. Bin da ein anderer Mensch. Habe mir ein Millionär gebaut, nie mehr arbeiten, den ganzen Tag nur Genießen. Ausschlafen, schön frühstücken und vor allem mit anderen Menschen zusammensitzen. Leute die ich im richtigen Leben nie treffen würde… Wissen sie was? Ich gebe ihnen mal meine Karte, rufen sie an oder besuchen sie mich mal, dann zeige ich ihnen mein Spiel. Ganz exklusiv. Dann können sie gerne auch mal ein Charakter erstellen. Mal ausprobieren, natürlich nur wenn sie wollen. Hier meine Karte.“ Ich nahm die Karte in die Hand, schaute darauf: „ Danke, ich werde bestimmt mal bei ihnen vorbei schauen. So ich muss jetzt auch weiter. Habe noch einen strammen Marsch bis nach Hause vor mir.“ Wir verabschiedeten uns und gingen getrennte Wege.

Die Nacht konnte ich nicht schlafen, tausende Gedanken verfolgten mich, mein Kopf brannte.
Was wäre wenn ich in diesem Spiel erfolgreich wäre, wenn ich endlich anerkannt werde. Ein Auto habe, ein Fahrrad was nie kaputt geht. Einen Menschen an meiner Seite. Offenbar bin ich ja unfähig im realen Leben Anschluss zu finden… Und dann Diane… jetzt denke ich sogar noch über den Vornamen meiner Chefin nach… Man ich muss schlafen, muss doch wieder früh raus. Ich bin gespannt wie sie morgen drauf ist. Sie tut mir so Leid. Irgendwie muss ich dann doch geschlafen haben, sogar verschlafen, das ist mir in den 3 Jahren die ich da arbeite noch nie passiert. Ich zog mich schnell an, rannte los, auf halbem Wege blieb ich stehen. Ich starrte auf eine Frau. Kathy? Nein, bist du es wirklich? Katherine, das kann nicht sein, du bist gestorben… in meinen Armen. Ich konnte mich nicht bewegen, schaute immer noch auf die Frau, sie sah ihr so ähnlich, vom Weiten aus. Ich kniete mich hin, war völlig fertig, schaute auf die Straße. Wollte nicht das wenn ich wieder hochblicke sie wieder weg ist. Nein, nein das kann nicht sein… Mein Kopf spielt wieder verrückt, ich will das nicht…Hilfe!
Ich weinte, die Zeit schien still zu stehen. Langsam hob ich meinen Kopf, nur noch einmal will ich dich sehen, nur noch einmal liebe Kathy. Was ich dann sah… Nichts, keiner da, doch nur ein Hirngespinst? Ich blickte nach links, die Bank, da war die Bank auf der ich gestern schon saß. Ich setze mich auf sie. Mein Handy klingelte, ich ignorierte es. Was ist los mit mir? Warum passierte das was passierte? Warum geht mir der Tod von Michaela so nahe? Warum sehe ich dich Kathy… was willst du mir sagen? Passt du auf? Passt du auf Michaela auf? Verbindest du mich dadurch mit Diane?

Es fing an zu regnen. Mein Kopf hebte sich und ich starrte in den Himmel und bemerkte das ich auf Arbeit muss, ich immer noch hier sitze. Ein Regenschirm schob sich zwischen mir und den Himmel. Ich blickte zu der Person die ihn hielt und hoffte es wäre Kathy. Ich wurde enttäuscht von meiner Hoffnung, war aber glücklich darüber wen ich sah. „ Hier bist du… wir machen uns Sorgen um dich. Komm mit zu meinem Auto, raus aus den Regen.“ Verweint schaute ich in die Augen meiner Chefin.
Sie duzt mich…sie machen sich Sorgen? Ich liebe den Regen, er ist so sanft und so bestrafend zugleich, ich will hier bleiben. Ich schüttelte den Kopf: „ Ich kann nicht, ich will hier bleiben, im Regen, da fallen meine Tränen nicht so auf… Ich…“ Ihre Hand nahm meine und sie setzte sich, legte den Regenschirm zur Seite und schaute geradeaus. „Michaela hat den Regen auch immer geliebt…sie hielt ihn für so natürlich, so sanft… Ich vermisse sie… ich weiß von dir und…ich meine was passiert ist… Max erzählte es mir, nachdem ich erzählt habe warum ich so schlecht drauf war, er macht sich Sorgen um dich, hat mir alles erzählt was er wusste…Es tut mir Leid.“ „ Er kennt noch nicht einmal die halbe Geschichte“, ich schaute sie an, ich musste es ihr erzählen. Ich holte gerade tief Luft um anzufangen. „ Nicht jetzt, nicht hier, lass uns fahren, an einem Ort wo uns keiner stört“, sie stand auf Blickte mich mit einen Lächeln an und zeigte auf ihr Auto. „ Aber die Arbeit, ich muss arbeiten.“ „ Nein, es muss keiner arbeiten, ich habe das Büro für diese Woche geschlossen. Nächste Woche geht es erst weiter. Komm, raus aus den Regen. Ich spendiere auch einen warmen Kakao.“ Woher wusste sie das ich Kakao mag? Sie hätte genauso gut Kaffee sagen können. Wo ist da der Zusammenhang? Wo will sie hin? Ich stand auf, habe mich überreden lassen mitzufahren. Im Auto war eine Stille die mich fast zu erdrücken schien. Mir ging Kathy nicht aus den Kopf. „ Hier sind wir“, unterbrach mich meine Chefin. Ich schaute aus den Fenster, wo waren wir hier? Diesen Ort kenne ich nicht. Mitten im Wald stand ein Haus, eine Blockhütte. Wir gingen rein. Ich war überwältigt vom Haus. Es roch nach Natur, nach Holz, Seeluft. Frau Parker ging zu einem Kamin und machte Feuer: „ Setz dich ruhig. Oh Entschuldigung, darf ich überhaupt Du sagen? Ich habe nicht gefragt.“ Ein verkrampftes Lächeln und ein Nicken meinerseits erlaubte es ihr. „ Das ist meine Ferienhütte, ich bin gerne hier. Schau aus dem Fenster da drüben.“ Sie wies auf das Fenster auf der rechten Seite. Ich war völlig überrascht, ein See, ein unverbauter Blick auf einen See. Und dazu eine schöne Terrasse. Wow, was für ein Ausblick. Es ist schön hier. Was hat sie vor? Warum ich und warum hier? „ Warum zeigen sie mir das hier? Warum ich?“ Sie hielt kurz inne und fing an: „Nun, Michaela mochte dich, sie hat irgendwas in dir gesehen, etwas was sie begeisterte, sie kam nicht zu mir, also ich meine wir treffen uns oft, aber sie hatte dich einmal gesehen und dann wollte sie mich immer von der Arbeit abholen. In der Hoffnung das du da wärst und sie etwas Zeit mit dir verbringen könnte. Ich glaube sie mochte dich richtig.“ Diane Parker ging in die Küche und brachte Milch zum kochen. „ Sie war die Frau meines Bruders. Er starb vor 7 Jahren an einem Krebsleiden. Ich habe ihm versprochen mich gut um Michaela zu kümmern. Sie führte ihr eigenes Leben. Hat die Seite gewechselt. War echt immer toll mit ihr, besonders wenn wir dann mal feiern waren. Sie hatte scheinbar eine gute Aura, die Mädels flogen nur so auf sie.“ Ich suchte in der Küche nach Tassen, fand sie auch und stellte sie auf den Tresen. „ Und warum ich? Ich meine warum erzählen sie mir das? Warum nicht Lena, oder Max, oder jemand anderen?“ „Du warst es die mir sagte ich sollte mal mit jemand reden. Du warst die einzige die sich getraut hat auch bei schlechter Laune in mein Büro zu kommen, du hast nach mir geschaut, dich gefragt ob alles OK ist, Du hast es bemerkt wenn etwas nicht stimmte. Nun will ich dir auch so ein Redepartner sein… Max erzählte mir wovor du Angst hast, was du willst und wie du bist. Schade das er dich als Kumpel sieht und nicht als seine Freundin. Er verriet mir dass du immer den gleichen Ablauf am Tag hast, und als du heute nicht auf Arbeit gekommen bist hat er sich Sorgen gemacht. Er ist auf mich zugegangen, hat mit mir geredet, daraufhin habe ich mich ins Auto gesetzt, bin zu dir nach Hause gefahren. Da war keiner. Ich habe Max angerufen und er sagte dass dein Fahrrad kaputt sei, das du läufst. Dann bin ich den Weg entlang gefahren von dem ich dachte dass du da herläufst. Nun und so habe ich dich gefunden. Als du da auf der Bank saßest, so traurig, war für mich klar das ich deine Geschichte hören will… Du sagtest das man die Alles genommen hätte, was ist passiert?“ Wir setzten uns auf das Sofa und ich fing an: „ Vor 15 Jahren, auf einen Familientreffen. Wir waren Alle da, die ganze Familie, meine Tanten, Onkel, Cousinen und Oma und Opa. 23 Mann waren wir. Haben extra eine Halle gemietet um vernünftig feiern zu können. Es war so schön. Wir hatten Spaß. Dann war da die Explosion“, ich legte meinen Kopf in den Nacken, schaute zur Decke, „ ich habe überlebt… Nur ich. Mit Zwölf Jahren Waise werden ist nicht toll, besonders wenn es keinen anderen aus der Familie gibt der mit einen trauert. Dann war da meine Pflegefamilie. Die Zeit bei denen war viel schlimmer als der Tod meiner Familie.“ Ich neigte meinen Kopf wieder nach vorne und nahm mir die Tasse Kakao. Ich schaute auf den Kakao, eine Träne tropfte hinein. Meine Chefin schaute mich entsetzt an. „ Der beste Freund meines Pflegevaters… Arno, der hat mich… An einem warmen Sommerabend war er da, hatte mit Rainer, mein Pflegevater, ein Bierchen getrunken. Ich war in meinen Zimmer. Lag noch wach da. Dann klopfte es, Schläfst du schon Prinzesschen?, den Satz werde ich nie vergessen. Ich antwortete ihn kurz und frech dass er hier nichts zu suchen hatte, er solle gehen. Das tat er.“ Die nächste Träne tropfte in den Kakao. Frau Parker reichte mir ein Taschentuch. Ich schaute sie an und nickte.
„ Danke… eine Stunde später kam er wieder… Hör mal zu du Miststück, so geht keiner mit mir um, er drückte mir das Kissen auf den Kopf… öffnete seine Hose… dann machte er es, er drang in mich ein. Ich konnte nicht schreien, war wie gelähmt. Ich habe nur den Geruch von zu viel getrunkenen Bier in der Nase. Ich wollte mich wehren, aber er hielt mich fest. Zehn Minuten später schlug er mich ins Gesicht, zog sich wieder an, nur ein Wort darüber und ich bringe dich um, ich habe geweint… Die ganze Nacht… Ich erzählte es meiner Pflegemutter, aber sie sagte nur ich solle mich nicht so anstellen, nicht sowas erfinden, wenn ich Aufmerksamkeit brauchte soll ich mir Freunde suchen… Viermal hatte er es gemacht… Dann bin ich durchgedreht, keiner hatte mir geglaubt.“ Meiner Chefin kamen die Tränen, sie zog ihre Beine hoch auf das Sofa, nah an sich heran. Sie sah klein und zerbrechlich aus. Ich fuhr fort: „ Ich war 14 Jahre. Ich habe mich nachts aus dem Haus geschlichen, ich wusste wo er wohnte. Bin zu ihm gegangen und habe ihn umgebracht. Erwürgt, aber zuvor habe ich sein Ding abgeschnitten. Seine Frau kam um ihn zu helfen, flehte mich an aufzuhören. Er habe doch ein Kind… Sie kam zu spät. Ich bin dann weggelaufen. Ich war glücklich, endlich kann der mir nichts mehr anhaben. Nie wieder. Ich bin nicht nach Hause gegangen, nie wieder, habe mich der Polizei gestellt, denen alles erzählt… Ein Arzt konnte nach ausreichender Untersuchung meine Aussage bestätigen. Ich wurde nicht verurteilt, Notwehr haben sie es genannt, ich nannte es Befreiung. Ich kam in ein Heim. Lernte da ein Mädchen kennen was auch vergewaltigt wurde. Jasmyn, Jazzy nannte ich sie. Wir gingen durch Dick und Dünn, haben echt auch mal Scheiße gebaut, haben Autos mit Matsch beworfen. Sie war wie eine Schwester für mich, habe mich ihr anvertraut…Dann kam ein Ehepaar, nahmen sie mit, wir hielten Briefkontakt. Jede Woche ein Brief. Fotos haben wir uns geschickt. Sie schrieb mir von ihrer ersten großen Liebe. Dann kam der Tag an dem ich vergeblichst auf einen Brief gewartet habe. Nie wieder habe ich einen Brief erhalten. Ich habe keinen Anschluss an die Anderen im Heim gefunden, war völlig auf mich allein gestellt. Auch die Pfleger hatten mich aufgegeben, so verschlossen wie ich sei wird nie was aus mir, ein hoffnungsloser Fall. Ich bin weggelaufen. Zweihundert Kilometer weg vom Heim. Zu Jazzy, ich wollte sie sehen. Ihre Pflegeeltern nahmen mich auf, ich durfte dort übernachten, sie erzählten mir das sie an den falschen Mann geraten ist, Drogen, Prostitution. Sie hielt es nicht mehr aus, gab sich den ‘goldenen Schuss‘. Jazzy hinterließ einen letzten Brief für mich. Ihre Pflegemutter gab ihn mir. Er war schrecklich, sie öffnete mir mit diesen Brief die Augen, schilderte wie grausam die Welt sein kann, schimpfte auf die Heimleitung, das schlechte Wetter. Doch ihr letzer Satz war das Beste was ich bis dahin gelesen hatte. Nun bin ich des Engels gleich, mit Flügeln, schwebe über dich, beschütze dich, meine kleine Sista, ich liebe dich.“ Frau Parker weinte nicht nur sie schluchzte, Rotz und Wasser liefen aus ihrer Nase. Ich stellte mein Kakao hin, rückte näher zu ihr, legte meine Hand auf ihre und schaute sie an.
Ich fragte ob alles OK ist. Ob ich aufhören sollte, sie wollte weiter wissen wer ich war. „ Mit Achtzehn bin ich raus aus dem Heim, habe eine Lehre angefangen. Und da traf ich Kathy. Sie war eine Kollegin, naja so was ähnliches, wir arbeiteten für das gleiche Unternehmen aber in verschiedenen Abteilungen. Zur Mittagspause saßen wir mal am gleichen Tisch. Sie fragte mich ob ich immer so traurig sei. Ich wusste nicht was sie meinte, sie sah es mir an, beim ersten Blick sah sie mir an das ich schon ein Schicksal hinter mir hatte. Sie setzte sich fortan immer neben mich in der Pause, so kamen wir ins Gespräch. Sie hieß Katherine, sie war so eine schöne Frau. Braune lange Haare, leicht lockig. Sportlich, sie liebte es zu Kochen, Liebe geht durch den Magen sagte sie immer. Wir trafen uns dann auch mal nach der Arbeit. Sind feiern gegangen, schnell wurde sie eine gute Freundin. Sie hatte bei mir geschlafen. Dann sind wir uns näher gekommen. Und irgendwie waren wir dann ein Paar. Ich wollte nicht mit ihr schlafen, hatte ich doch so schlechte Erfahrungen gemacht. Doch sie nahm mir die Angst.“ Ich lächelte Frau Parker an, sie sah so schrecklich aus, richtig zerbrochen, eine arme Seele. Sie musste Michaela sehr gemocht haben, war sie doch die Frau ihres Bruders. „ Geht es ihnen gut?“, fragte ich sie, ich wollte sie nicht überfordern. Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, schluchzte und nickte dann: „ Ja es geht schon, es ist nur so, so emotional, ich habe über dich geurteilt ohne zu wissen was du schon alles hinter dir hast. Ich habe dich falsch behandelt. So langsam verstehe ich warum du so schüchtern, so traurig bist. Und Michaela hat es dir auch angesehen, ohne dich zu kennen, sie wollte das ich nicht mehr so streng zu dir sein soll. Ich sollte mich glücklich schätzen solch eine Mitarbeiterin zu haben, hatte sie immer gesagt. Ich habe es nicht verstanden… Bis jetzt… was ist aus Kathy geworden?“ Ich stand auf ging zum Fenster, schaute auf den See. Meine Tränen rannten über mein Gesicht, tropften auf den Holzboden und hinterließen da Flecke. Ich fühlte mich elendig. „ Vor 3 Jahren, wir waren spazieren, wollten noch kurz zur Bank, ein wenig Geld abheben. Vor der Tür kam ein maskierter Mann uns entgegen gestürmt. Er hatte eine Pistole in der Hand, prallte mit uns zusammen… Dabei löste sich ein Schuss… Kathy warf mich schützend zu Boden… Der Typ lief weg… Sie fragte mich ob ich in Ordnung sei, ich habe dann ein blöden Spruch gerissen…So ein Blödmann, schießt aus 15 Zentimeter Entfernung und trifft noch nicht einmal… ich habe sie angesehen, sie grinste.“ Diane kam zu mir, legte ihre Hand auf meine Schulter, stand hinter mir, ich konnte ihren Atem spüren, ihren Kampf mit den Gefühlen. „ Ich wollte aufstehen, aber Kathy lag auf mir, sie stand nicht auf. Ich schaute in ihre Augen und sie waren leer. Blickten mich an und doch irgendwie ins Nichts, sie stand nie wieder auf. Ich schrie, Hilfe…ich brauche Hilfe… Kathy starb an diesem Tag in meinen Armen.“ Ich konnte mich nicht mehr beherrschen, ich sank zu Boden, heulte, meine Chefin wollte mich trösten, ich zog mich zusammen, wie ein Baby, da war er wieder dieser Augenblick an dem man sich nur noch wünscht zu sterben, aufzugeben. Ich lag da und war hilflos. Wünschte mir ich wäre damals getroffen worden. Vor meinem inneren Auge sah ich Kathy, sie lächelte. Steh auf Dana, du darfst nicht aufgeben, du musst für mich weiterleben. Gib nicht auf, werde glücklich, vertraue den Menschen. Ende nicht in Selbstmitleid. Ab und zu sprach Kathy in meinen Inneren mit mir, baute mich auf.
Ich fuhr fort: „ Ich konnte nicht mehr, bin umgezogen, weg von den bekannten Orten, weg von den Erinnerungen an sie. Ich landete hier, fing an bei ihnen zu arbeiten. Aber nach der Arbeit? Da bin ich der einsamste Mensch der Welt, ich verkrieche mich in meine Wohnung, spiele Rollenspiele am PC, flüchte in eine andere Realität, baue mir in Rollenspielen meine eigene Existenz, eine Welt in der mich die Leute mögen. Anders als die Realität… Ich habe Probleme damit Anschluss zu finden, habe Angst wieder enttäuscht zu werden. So lebe ich einsam… jeden Tag.“ Ich raffte mich auf, schaute in Frau Parkers Augen: „ Ich weis nicht wieso, aber der Tod von ihrer Freundin, oder besser Schwägerin geht mir sehr nahe… Ich habe vorhin Kathy gesehen, mal wieder ein Hirngespinst von mir. Ich weis nicht wieso aber ich denke das Kathy jetzt auf Michaela aufpasst, sich um sie kümmert, seien sie nicht traurig, das Leben geht weiter…irgendwie.“ Ich fühlte mich nicht gut, bekam Fieber, das bekomme ich immer wenn ich über mein Schicksal spreche. Ich brauchte eine warme Schulter zum anlehnen, jemand der mir Geborgenheit gab. Ich sah Diane an, unsere Blicke trafen sich. Man du siehst so traurig aus, so fertig, mach nicht den Fehler den ich begangen habe. Diese Augen, Wahnsinn. „ Es…. Ich glaube….“, Frau Parker suchte nach den passenden Worten zur Situation: „ Ich fahre dich jetzt besser nach Hause. Ich brauche Zeit um nachzudenken.“ Während der Fahrt herrschte wieder Stille. Vor meiner Wohnung angekommen hielt sie an, drehte sich zu mir um. Wieder trafen sich unsere Blicke: „ Danke, danke dass du versuchst mich aufzuheitern, ich fand das gut, hm, das… das bleibt unter uns, OK? Ich meine, das tragen wir nicht mit auf Arbeit.“ Ich lächelte sie an, nickte und antwortete: „ Das sehe ich auch so… Bis Montag, auf Arbeit… sei denn sie wollen reden, sie wissen ja wo ich wohne.“ Ich stieg aus und ging in meine Wohnung. Ich schaute aus dem Küchenfenster und sah das sie noch da stand mit ihren Auto. Dann fuhr sie los.
Ich war völlig durcheinander, wollte mich hinlegen, abschalten, ich konnte nicht, also setzte ich mich vor meine PC und surfte im Internet. In einem kurzen Moment sah ich auf die Tastatur, entdeckte da im Augenwinkel eine Karte. Dr. Oliver Schmidt, soll ich ihn anrufen? Aber was sage ich dann? Soll ich wieder in eine Computerwelt versinken? Es reizt mich schon seine Erfindung mal auszuprobieren… Ich ruf ihn an, aber nicht heute, das war heute schon zu viel, ich brauche Ruhe. Ich legte mich ins Bett und schlief, erstaunlicherweise richtig gut und lange.
Neuer Tag neues Glück.
Um 10 Uhr hatte ich es erst geschafft vor die Haustür zu treten. Ich wollte Dr. Schmidt anrufen, fragen ob ich vorbei kommen konnte, da gab es nur ein Problem, mein Handy war weg. Vermutlich hatte ich es in der Blockhütte liegen gelassen. Ich ging einfach so zu ihm, an der Pforte des großen Gebäudes wies man mich ab, der Herr Schmidt hätte keine Zeit. Erwarte keinen Besuch. Ich bat um ein Telefon, habe ihn angerufen und siehe da war ich fünf Minuten später bei ihm. „ Ah, das ist aber nett das sie mich hier besuchen, ihr Name war Dana Hardy, richtig?“, er gab mir seine Hand und bat mich ihm zu folgen. „ Hier das ist es, das ist mein Interface. Warten sie ich gebe ihnen auch eins, dann können sie mit mir zusammen eintauchen in eine Welt die es so noch nicht gab.“ Er reichte mir einen Helm und ein Handschuh. „ Aber erst müssen wir für sie einen passenden Charakter kreieren. Also was möchten sie sein? Ein Mann? Eine Frau? Setzen sie den Helm auf und denken sie sich wie sie aussehen wollen. Aber es darf nicht der Realität entsprechen. Wir wollen ja Anonym bleiben.“ Mir war klar wer ich sein wollte, wie ich aussehen wollte. So entstand meine Figur, besser gesagt so entstand Kathys Figur. „ So einen Namen brauchen sie auch noch. Haben sie schon eine Vorstellung davon? Wie möchten sie heißen.“ Ich überlegte kurz. „ Sie sind die erste die das ausprobiert, ich meine neben den Mitarbeitern hier, also die erste Spielerin. Wie wäre es mit Nr.One oder NumberOne.“ Mir gefiel der Nickname und so entschied ich mich für NumbaOne. „ Gut wo wir das hätten können sie wählen zwischen Karrieremodus und free-to-play… bei der zweiten Variante bleiben sie immer auf dem gleichen Niveau. Wollen sie sich hocharbeiten, später mal was zu sagen haben, hier in der Welt dann empfehle ich den Karrieremodus… Gut, gute Wahl, ich habe auch den Karrieremodus gewählt. Na dann herzlich willkommen bei World2.“ Er zeigte mir wie man sich bewegt, wie man alles steuert, wie man den Rang hochklettern konnte.
Ich fühlte mich wohl dort. Die Stadt sah so echt aus, selbst das Sonnenlicht wärmte meinen Rücken. Es war schön, einsam durch die Straßen gehen, da stehen wo sonst tausende von Menschen stehen, wo man nie hinkommt. Ich fragte OneZero1, so hieß Dr. Schmidt online, wo hier die Menschen seien. „ Es gibt noch keine, nur sie und ich, naja und ein paar Tester.“ Er zeigte mir einen Ort mit dem ich sofort vertraut war, es war die Bank auf der wir uns das erste Mal trafen. „ Wollen wir uns setzen?“ Ich lächelte ihn an. Nahm platz auf der Bank, er setzte sich neben mich. „ Sag mal NumbaOne, warum bist du immer noch traurig? Was ist passiert? Geht es immer noch um die Frau? Ich meine die beim Verkehrsunfall.“ „ Ja, aber da ist noch was anderes. Ich verlor auch schon liebe Menschen… Nicht nur Einen. Und naja ich weis nicht ich bin so traurig das ich jemanden kenne dem dies passiert ist, die Frau, sie hatte ihr sehr viel bedeutet. Ich habe mit ihr gesprochen.“ Es ist so schön wenn man online ist, man duzt sich, ohne sich zu kennen. Kann mit Leuten sprechen, über alles, ohne sie jemals zu sehen. Es schien mir real zu sein, selbst Wolken zogen am Himmel vorüber, Vögel warfen ihren Schatten auf den Boden. Enten schwammen auf den kleinen Fluss. Man konnte sie sogar füttern, so real gemacht war es. „ Magst du sie?“ Ich erschrak: „ Was? Wieso die Frage sie ist meine Che…“ „ Halt stop, du sollst dich nicht rechtfertigen… Dies hier ist eine zweite Chance, du kannst hier alles anders machen, kannst dein eigener Chef sein… Lass die Realität draußen. Genieße dies hier.“ Er lächelte, stand auf und ging weg. Ich saß weiter auf der Bank, starrte in den Himmel. Das ist echt komisch hier, es sieht echt aus. Es fühlt sich echt an. Die Sonne geht unter. Wo soll ich jetzt hin? Habe ich hier ein Zu Hause? Das sieht aus wie real. Soll ich nach Hause gehen? Steht da auch das Haus? Nach einer halben Stunde stand ich vor meiner Wohnung, der Schlüssel in meiner Tasche passte. Aber drin sah es anders aus. Groß, Hell, modern, da stand sogar ein Fahrrad. Alles war viel freundlicher als sonst. Ich bin mal gespannt wie das hier ist wenn hier mal andere User sind. Was werde ich hier sein? Was für eine Rolle spiele ich hier. Es gefällt mir hier… Mag ich sie? Ich legte mich in mein Bett, es war so bequem. Gedanken rasten durch meinen Kopf. Mir wurde schwindelig und so entschied ich mich auszuloggen.
„ Na sind sie wieder hier? Und wie war es?“, Dr. Schmidt war sichtlich neugierig. „ Mir ist etwas schwindelig“, erzählte ich „ aber es war schön da, wann kommt das Spiel auf den Markt?“ „ Nun erst einmal zu ihnen, es ist normal das ihnen etwas schwindelig geworden ist, das ist aber nur beim ersten Mal. Dies ist eine Umstellung für das Gehirn. Sie waren auch nur 10 Minuten ingame. Die Zeit ist da beschleunigt 10 Minuten hier draußen sind 30 Minuten da drin. Also wenn sie rund um die Uhr drin sind dann schaffen sie ingame 3 Tage. Nun zu ihrer zweiten Frage. Das Spiel kommt morgen als Beta-Download-Version raus. Wenn sie jemanden kennen der die spielen will, geben sie ihm eine dieser Karten.“ Er gab mir einen Stapel Visitenkarten und eine CD. „ Mit dieser CD können sie sich ab sofort weiter einloggen, ich meine von zu Hause aus. Den Helm und den Handschuh schenke ich ihnen. Ich bin gespannt wie viele Leute morgen kommen werden.. Kleiner Tipp von mir, spielen sie nachher weiter, bauen sie sich ein Imperium, ein Geschäft auf, wenn sie bis morgen warten dann wird es schwer werden. Alle wollen schnell aufsteigen. Und wenn es tausende gleiche Ideen gibt kann sich nur einer durchsetzen.“ „ Danke für den Tipp. Ich werde gleich zu Hause anfangen.“ Wir verabschiedeten uns und ich ging heim. Zu Hause installierte ich sofort das Spiel, loggte mich ein und schaute mich ruhig in World2 um. Es war klasse, so real, ich ging durch die Straßen, irgendetwas musste ich finden womit ich hier erfolgreich sein könnte. Vor einer Litfasssäule blieb ich stehen, ich starrte sie an, dann kam mir eine Idee. Ich drehte mich um und was ich da sah war gut, es gab keine Werbung. Eine Werbeagentur, das ist es, ich eröffne eine Werbeagentur. Eine Monopolstellung, egal welches Unternehmen sich hier bildet, es brauchte Werbung.
Ich begann mir ein Gebäude zu kreieren, etwas was hier einmalig sein würde. Nachdem ich mein Konzept zu Papier gebracht hatte rief ich Dr. Schmidt an, sendete ihm die Skizzen und Pläne per Mail und er fügte das Gebäude im Spiel ein. Er übernahm es maßstabsgetreu. Es war wunderschön.
Das Gebäude war ein Quader. Alle Seiten waren aus Glas, man konnte raus schauen aber nicht rein. Als Vordachkonstruktion dienten weiße Säulen, sie reichten über die ganze Höhe, in jeder Gebäudeecke eine und noch zwei an jeder Seite. Es war ein fünfstöckiges Haus auf einem großen mit Rasen bewachsenen Grundstück. Ein Brunnen schmückte den Vorgarten. Eine lange Auffahrt mit zahlreichen Parkplätzen rundeten das Gesamtbild ab.
Der Empfangsbereich im Erdgeschoss war mit weißem Marmor verkleidet. Ein Koi-Teich schmückte diesen Raum. Der Platz für die Mitarbeiter war ein Rondell in der Mitte des Raumes, Blumen zierten die Ecken. Auf der linken Seite waren zwei Aufzüge, auf der rechten Seite entstieg eine offene Treppe empor. Hinter dem Empfangsbereich war eine kleine Lounge eingerichtet, sie war bunt, flippig dennoch nicht ausfallend. Die Bar und der Tresen waren aus Glas in der Optik eines riesigen Eisbrockens. Davor standen Hocker die mit grünem und orangenem Stoff bezogen waren. Mehrere Sitzecken mit Sofa und Sessel, mit orangenem und grünen Applikationen, vor einem Glastisch rundeten die Lounge in ein bequemen und einladenden Bereich ab. In den oberen Etagen waren dann die Büros der Mitarbeiter. Von einem zentralen Flur gingen die einzelnen Drei-Mann-Büros ab. Alle waren großräumig, hell und freundlich eingerichtet. Am Anfang und Ende des Flures waren die Fahrstühle und das Treppenhaus. Mein Büro war ganz oben, von dort aus hatte ich einen tollen Blick über die Stadt. Die ganze Etage gehörte mir, ein vollwertiges Badezimmer, eine eigene Bar und eine Relaxzone mit großem Sofa und Sessel. Auch mein eigentlicher Arbeitsplatz war gut eingerichtet, ein großer Tisch mit einem Chefsessel dahinter. Neben meinem Tisch stand ein weiterer, 3x2 Meter großer Tisch, er diente der Präsentation von Werbebannern. Dann war da noch eine Wendeltreppe, diese führte in mein privaten Bereich. Oben auf dem Glasgebäude ragte ein Würfel mit kleinen Fenstern, den ich über die Wendeltreppe erreichte. Ich kam da in ein großes Wohnzimmer. Bequeme Sessel, ausgerichtet auf eine Leinwand schmückten den Raum. Man könnte es eigentlich auch als kleines Kino bezeichnen. Neben der Leinwand gingen rechts und links nochmals Zimmer ab. Das rechte Zimmer war mein Schlafzimmer. Es war klein, man stolperte schon fast ins Bett wenn man den Raum nur betrat. Das lag wohl daran dass es keinen Fußboden gab sondern nur eine riesige, 3x3 m große, Matratze mit unzählig vielen Kissen darauf. In einer Wand war mein Kleiderschrank integriert. In diesem Raum gab es kein Wandfenster, dafür ein großes Glasdach. Auf der linken Seite der Leinwand war ein Gästezimmer. Dies war auch nur ausgestattet mit einem Bett und einem Schrank. Mehr brauchte ich nicht.
Es entsprach vollkommen meinen Vorstellungen.
Ich machte mich gleich an die Gestaltung meines ersten Plakates, es sollte schlicht werden. Ein weißer Hintergrund auf dem in schwarzer Schrift >>OHNE HARDY’S KEINE WERBUNG.
OHNE WERBUNG KEINE KUNDEN. OHNE KUNDEN KEIN ERFOLG<< stand. Die Worte Hardy’s und Werbung, im ersten Satz, schrieb ich rot. Unten drunter kamen meine Handynummer und Internetseite. Dann ging ich durch die Stadt und hing die Plakate auf. Nach getaner Arbeit loggte ich mich aus.
Draußen wurde es bereits hell. Oh, war ich wirklich so lange ingame? Es wird hell, es ist schon Freitag. Ich schaltete den PC aus und ging ins Bad, ich hatte das Bedürfnis zu baden, morgens um % Uhr. Gesagt, getan!
Anschließend putzte ich die Wohnung, nach getaner Arbeit wollte ich Max eine SMS schreiben, wollte mich bedanken das er sich Sorgen macht um mich, ihm schreiben dass alles OK ist. Da fiel mir wieder ein dass mein Handy ja weg war. Irgendwie musste ich es wieder bekommen, also entschied ich mich zur Arbeit zu laufen, von dort die Chefin anzurufen und sie zu fragen ob sie mir mein Handy vorbeibringen könnte.
Aber sie kam mir zuvor, als ich gerade meine Wohnungstür öffnen wollte stand sie vor mir. Sie grinste mich an, sah aber völlig fertig aus, es muss sie zu tiefst berührt haben das ich mich ihr anvertraut hatte und dann noch das mit Michaela. Ich sah ihr tief in die Augen, was für eine wunderschöne Frau sie doch ist, warum ist mir das nicht schon eher aufgefallen?, dann sah ich ihre Hände an, sie hielt mein Handy und eine Bäckertüte. „ Hi… ich habe hier was für dich… darf ich reinkommen“, sie hob ihren Arm und gab mir das Handy. „ Ähm, klar….kommen sie rein.“ Ich bat sie rein und zeigte auf mein Sofa, sie sollte sich da hinsetzten. Gott sei dank habe ich eben noch aufgeräumt. Die Sporthose steht ihr, sie sieht so anders aus, es gefällt mir. „ Mir ist aufgefallen dass dein Handy in meinem Auto lag und da dachte ich, ich bringe es dir vorbei…Ich habe uns auch ein paar Brötchen mitgebracht. Dachte wir könnten zusammen frühstücken.“, sie grinste mich wieder an.
20.2.13 15:32
 


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Alexa (26.2.13 13:55)
Liebe Diane Parker,

Du schaffst es mühelos, mich mit Deiner Erzählung in Deine Welt zu ziehen. Die Welt Deiner Gedanken und Phantasien. Ich habe das Gefühl, ich bin mittendrin und schaue mir die handelnden Personen genau an...

Glückwunsch zu Deinem ersten Buch, welches mir Lust auf mehr macht.

LG, die Alexa

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