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Teil 4

Ich schaute mich verzweifelt um, suchte sie, sah sie aber nicht. Das einzige was ich sah war rothaarige_sabi wie sie mit einem Eimer auf mich zu kam. Ich starrte sie fragend an, doch schon im nächsten Moment war ich völlig durchnässt. rothaarige_sabi schüttete den mit Eiswasser gefüllten Eimer über mich aus. „ So das ist meine Rache für die Eiswürfel in meiner Bluse.“ Ich schaute sie an, war sauer auf sie. Die Anderen um uns herum lachten darüber. Ich rannte raus. „ Hey warte doch, nimm das doch nicht so zu Herzen.“, rothaarige_sabi lies den Eimer fallen und rannte hinter mir her. Draußen schaute ich nach links und rechts, aber nirgends sah ich mysteriousgirl. Wo war sie hin? Warum? Wer ist sie.
„ Hey, NumbaOne, was ist los? Bin ich zu weit gegangen?“ Ich sah rothaarige_sabi an, hob meine Hand und schlug sie mit meiner Hand auf ihre linke Wange. Klatsch. Dann kamen die ersten Tränen, Verzweiflung, Trauer, Schock. „Es… es tut mir Leid…ich wollte nicht… ich weiß nicht was mit mir los ist. Entschul…“, ich konnte den Satz nicht beenden, rothaarige_sabi unterbrach mich: „ Nein, ist schon gut, scheint als hätte ich es verdient… Sag es mir… was ist los?“ Sie nahm mich in den Arm, gab mir ein Kuss auf die Stirn: „ Hey Kleines… du magst sie, oder?“ Es tat gut eine Schulter zum anlehnen zu haben, sie war genau richtig da. „ Wenn ich in ihrer Nähe bin dann ist alles so schön, ich fühle mich wohl und unwohl zugleich. Ich bin satt und zugleich hungrig. Ich weiß nicht was das ist, ich habe es so noch nie gefühlt, es kommt mir vor als wäre sie… als wäre sie Kathy!“ Ich fühlte mich leer, wollte zu mysteriousgirl, wollte sie fragen wer sie ist, aber sie existierte nur hier im Spiel. Leider. Wir setzten uns auf den Bordstein. „ Ich verstehe dich, ich glaube du liebst sie… nicht wahr?“ Mit diesen Worten traf rothaarige_sabi voll ins Schwarze. Ich glaubte sie hatte Recht. „ Wer ist Kathy?“, fragte sie. Ich senkte meinen Kopf zum Boden, sollte ich es ihr erzählen? „ Ich wollte dich nicht schlagen… Ich war nur so aufgebracht weil mysteriousgirl plötzlich weg war. Sie wollte mir ihr Gesicht zeigen, sie wollte… ich sollte bis 10 zählen und dann die Augen öffnen, dann war sie weg… Ich habe nicht mitbekommen das sie ging… Zu gerne hätte ich ihr Gesicht gesehen… Kathy… sie ist gestorben… wir wollten heiraten… Sie ist gestorben, in meinen Armen.“ Mit den letzten Worten sah ich auf meine Hände. „ Das tut mir Leid… ich wollte diese Wunde nicht öffnen… Ich verstehe dass du mir eine gepfeffert hast… Wie konnte ich dich nur in solch einer Lage überraschen… und… ich bereue es, es war ne dumme Idee, du bist jetzt völlig nass.“ Ich blickte zu rothaarige_sabi, versuchte ein Lächeln, aber ohne Erfolg: „ Es ist besser wenn ich jetzt auslogge.“ Sie sah mich an, schüttelte den Kopf, wollte dass ich bleibe, sie konnte mich nicht umstimmen. Also loggte ich mich aus.

Ich war völlig verwirrt, wusste nicht was ich da eben erlebt hatte, wusste nicht wohin dies führte. Ich schaute auf die Uhr und erschrak. Es war Sonntag, 10 Uhr, in einer Stunde ging die Beerdigung los. Ich verschwand ins Bad, stand nackt vor dem Spiegel. Darin war eine traurige, abgekämpfte Frau zu sehen, so völlig heruntergerissen durch die Gefühle, sie sah nicht glücklich aus, eher verzweifelt. Ungefähr 5 Minuten starrte ich in den Spiegel, machte mir Gedanken über das Spiel, über mysteriousgirl. Wer sie wohl wirklich war? Mein Körper sank zu Boden, rollte sich zusammen, ich fühlte mich verlassen, kalt. Kathy, wenn du doch noch da wärst. Ich wäre so glücklich, ich hätte eben eine glückliche Frau gesehen, im Spiegel. Weißt du, ich vermisse dich, deine Nähe, deine Hände die mich sanft berühren, dein Atem an meinem Ohr, deinen Blick… Was ist los mit mir? Was mache ich hier?... Was mache ich falsch? Es klingelte. Ich warf mit schnell mein Morgenmantel über und ging zur Tür. Als ich Diane Parker sah blieb mir die Spucke weg, elegant im schwarzen Mini. Ihre Haare offen, eine Halskette, ein Amulett schmückte ihren Hals. Das Kleid war trägerlos, umformte ihren Busen schön. Alles an ihr schrie Hey ich bin eine Wucht. Mein Herz raste wieder. Das gleiche Gefühl wie bei mysteriousgirl. Ich atmete schneller, flach, hastete nach Luft. „ Hi.“, mehr schaffte ich nicht. „ Was ist los? Was ist mit dir?“ Diane schloss die Tür hinter sich, legte eine Hand auf meine Schulter und schaute mich besorgt an. Mein Blick blieb starr, starr ins Leere. „ Hey, was ist mit dir? Dana, komm schon, sag was?... Soll ich einen Arzt holen? Deine Atmung…. Was ist los?“ Sie war besorgt um mich. Ich weiß nicht warum aber ihre Berührung schoss wie ein Blitz durch meinen Körper. Noch immer schnappte ich um Luft. „ Hey Dana, sag was!“, schrie sie mich an, legte ihre andere Hand auf meine Wange. Mit dieser Berührung erschrak ich, wachte auf aus meiner Trance, atmete wieder ruhiger, gleichmäßiger. Ich schaute sie an: „ Du bist… wunderschön.“ Lächelnd nahm ich ihre Hände, bat sie sich hinzusetzen. „ Ich war nur… überwältigt…ich habe dich nicht erwartet, dachte wir treffen uns da… Ich muss mich noch fertig machen. Mach es dir bequem.“ Diane schaute mich an: „ Du hast geweint?... Deine Augen.“ Ich unterbrach sie: „ Ach ist schon gut, ich, ich musste nur an Kathy denken. Hatte eben eine komische Begegnung im Spiel… Das hat mich durcheinander gebracht… es geht schon, wirklich… ich zieh mich eben um, bin im Bad.“ Ihre Spannung fiel ihr ab, ich sah es an ihren Gesichtsausdruck. Also ging ich ins Bad. Wow, was war das eben? Warum konnte ich mich nicht bewegen, warum musste ich sie ansehen? Warum finde ich sie so hübsch?... Das ist sie wirklich. Ich zog meine Hose an. Sie passte noch wie damals zur Beerdigung von Kathy. Ein graues Hemd und ein schwarzes Jackett rundeten mein Outfit ab. Nochmals betrachtete ich mich im Spiegel, gut sah ich aus, fehlte nur noch etwas Makeup. Nur was Dezentes wollte ich haben, ich wollte mich nicht hübsch machen, nur etwas mein verweintes Gesicht bedecken. Ich schloss meine Augen und rieb mir das Makeup ins Gesicht. Als ich meine Augen öffnete und wieder in den Spiegel blickte erschrak ich. Diane stand hinter mir. Schaute mich lächelnd im Spiegel an: „ Hey, schmuck, der steht dir, ich habe hier noch die Krawatte. Sie lag im Wohnzimmer, dachte mir ich bringe sie dir lieber, nicht das du sie vergisst.“ Ich schaute sie an, mein Herz klopfte wieder wie verrückt. Dann legte sie mir die Krawatte von hinten um, zog sie fest und schaute wieder mein Spiegelbild an mit einem Blick den ich bei ihr noch nicht kannte. „ Warum hast du nicht draußen gewartet? Ich hätte die Krawatte auch im Wohnzimmer umlegen können. Warum bist du hier ins Bad gekommen, ohne anzuklopfen, ich hätte noch nackt sein können.“ Ich war deutlich verlegen, drehte mich um, sah sie an. Sie hob ihre Hand zu meinem Gesicht, schob eine Haarsträhne beiseite: „ Sei nicht traurig… du findest bestimmt wieder Jemand der dich so mag wie deine Kathy es tat. Da bin ich mir sicher.“ Unsere Blicke trafen sich, es fühlte sich gut an, konnte nicht aufhören ihre Augen anzusehen. Ein Lächeln verzauberte mich: „ Du bist auch wunderschön.“ Sollte es passieren? Jetzt und hier? Ich war bereit, egal was komme. Mit meiner Zunge befeuchtete ich meine Lippen, in der Hoffnung sie würde es nicht mitkriegen, doch sie tat es, lächelte mich wieder an, blickte von meinen Lippen auf, wieder zu meinen Augen. Diane öffnete ihren Mund leicht, befeuchtete auch ihre Lippen. Nun kam der Moment, ein Moment nach dem ich mich schon so lange sehnte, von dem ich aber nicht wusste, nie wollte dass es ausgerechnet meine Chefin sein würde. Sekunden vergingen, dann hörte ich wie sie sagte: „ Komm lass uns, wir müssen los.“ Diane Parker drehte sich um und ging wieder raus. Sie wollte mich nicht…küssen? Aber, es… ich dachte sie… Warum? Was ist los das ich sowas erwarte? Das wäre nicht Richtig… Aber es tat gut, wieder eine Schulter die mich beruhigt. Vertrauen dass ich spüre. Ich folgte ihr. Zog meine Schuhe an und schloss hinter uns ab. Elegant schritt sie vor mir her, schloss ihr Auto auf und setzte sich rein. Ich nahm neben ihr platz. Während der Fahr schaute ich aus dem Fenster Richtung Himmel. Was ist nur in mich gefahren dass ich dachte sie wollte mich küssen? Und wer bist du mysteriousgirl? „ Bitte erschrecke dich nicht wenn du gleich vorm Grab stehst. Es ist nicht so wie du dir das vorstellst.“ Ich schaute Diane fragend an. „ Weißt du, die Familie hat es nie akzeptiert dass sie nach dem Tod meines Bruders die Seite gewechselt hat. Die sind da eher etwas konservativ. Eigentlich habe nur ich es akzeptiert, noch nicht einmal ihre Eltern… Ich rechne nicht damit dass Viele kommen… Lass dich nicht abschrecken davon, sie war ein guter Mensch. Man muss sie einfach mögen, man konnte so viel mit ihr machen.“ Ich nickte, schaute sie an. „ Ist sie da drin?“ „Was? Was meinst du?“ Ich zeigte auf ihr Amulett und schaute ihr wieder in die Augen. Ein kurzes Lächeln ihrerseits, dann schaute sie wieder auf die Straße: „ Nein, da ist sie nicht drin. Da drin ist nur die Person die mir mehr als alles andere bedeutet.“ „ Von wem hast du sie?“, wollte ich wissen. „ Es ist ein Erbstück von meiner Oma.“ Sie hielt den Wagen an. „ Darf ich sehen wer drin ist?“ Mit ihrer Hand umgriff sie das Amulett, schaute in den Rückspiegel, dann zu mir. „ Wir sind da, lass uns.“ Wieder wich sie mir einer Frage aus.
Am Grab stand der Pfarrer, alleine. Wir gingen zu ihm, begrüßten ihn. Diane gab zu verstehen dass nicht mehr kommen würden, also fing er mit der Zeremonie an. Ich schaute mich um, ein älteres Pärchen kam auf uns zu. Die Frau hatte eine gelbe Rose in der Hand. Diane bemerkte die beiden auch und nahm meine Hand. Ein fester Druck verriet mir dass sie sich nicht wohl fühlte. Das Pärchen stellte sich etwas abseits hin, anscheinend wollten sie nicht zu uns stoßen. Wie viele Leute wohl an meinem Grab stehen wenn ich mal sterbe? Das ist bestimmt genauso wie bei dir Michaela. Naja, oder noch weniger… Warum stehen die so abseits, wenn sie doch zur Beerdigung von Michaela da sind. Was ist los? Es ist wie Diane vorhin im Auto sagte…Ob es ihre Eltern sind? Diane liefen Tränen über die Wange. Ich schaute mir die Urne an, wie sie beigesetzt wurde. Es war echt traurig dass man selbst auf den letzten Weg eines Menschen so alleine ist, keiner sich verabschieden will. Auch ich musste weinen. Es kam alles wieder hoch, mein ganzes Leben strich an mir vorbei.
Nach einer halben Stunde war es vorbei, der Pfarrer ging. Wir blieben noch am Grab stehen. Die ältere Dame legte die Rose nieder, kam auf uns zu und gab Diane eine Ohrfeige. Dianes Kopf drehte sich nach links. Sie verweilte so, weinte. Auch der Mann kam zu Diane und holte aus. Ich ging dazwischen, bekam den vollen Schlag ab. „ Hey, was soll das, was machen Sie da?“ „Es ist gut Dana, ich habe es verdient, so wie es scheint.“, Diane drückte mich neben sich, vor ihr weg. „ Es tut mir Leid, sie war ein wundervoller Mensch. Ich bin dankbar dass ihr hier seid. Dass ich hier nicht alleine von ihr Abschied nehmen musste.“ Die ältere Frau kam wieder auf Diane zu: „ Du Miststück, du hast sie uns genommen, du bist Schuld daran das sie sterben musste. Du hast uns unsere Tochter genommen… und das schon vor Jahren.“ Diane senkte den Kopf, sagte nichts. Der Mann schaute mich an: „ Wer bist du dass du dich einmischt. Diane ist das deine Neue? Wieder so eine Schlampe? Eine Schlampe wie damals die uns unsere Tochter nahm?“ Ich wusste nicht was er meinte, war aber empört darüber dass er mich Schlampe nannte. „ Bitte, wie nennen Sie mich?“, fragte ich ihn fordernd. Diane nahm meinen Arm: „ Wir gehen jetzt besser, komm… sie haben das Recht sauer auf mich zu sein.“ „ Ja geh besser, bevor ich mich noch vergesse du Miststück. Hau ab, wie immer.“, forderte die Frau. Mir war es zu viel, drehte mich um ging zu der Frau, stellte mich ganz nah vor sie: „ Jetzt hören Sie mal, was fällt Ihnen ein so mit Diane umzugehen. Sie ist eine tolle Frau, sie ist ein Mensch, sie hat auch Gefühle. Denken Sie ja nicht das sie daran schuld ist das Michaela nicht mehr lebt. Es war ein Unfall. Ein Unfall, verstehen Sie? Sie haben kein Recht dazu so über Diane zu urteilen. Ich weiß wie schwer es ist wenn Jemand stirb der einen alles, wirklich Alles bedeutet. Und ich weiß auch dass es nicht hilfreich ist wenn man dazu auch noch so fertig gemacht wird. Und das hat keiner verdient. Also zügeln Sie sich. Trauern sie um ihre Tochter, weinen Sie, aber lassen sie ihren Frust nicht an anderen aus. Noch ein böses Wort dann… Wissen sie eigentlich was sie hier machen?... Sie stehen am Grab ihrer Tochter, sie sollten mit ihr sprechen ihr sagen wie sehr sie vermisst wird und nicht andere angreifen. Haben Sie verstanden?“ Mir kamen die Tränen, so sauer war ich auf die Mutter. Ich blickte zum Vater: „ Sie sollten sich glücklich schätzen dass sie solch eine hübsche und gute Tochter haben. Auch wenn sie nicht mehr neben ihnen stehen kann, ist sie immer in ihren Herzen. Egal ob sie lesbisch oder hetero ist. Sie ist ein Mensch… Ein Mensch!“ Ich ging zu Diane Parker nahm ihre Hand und ging mit ihr zum Auto. Ich war so aufgebracht. Wir setzten uns rein und schauten uns an. „ Danke, das war nett von dir. Aber sie haben recht.“ Ich nahm ihre Hand, schaute sie an und schüttelte den Kopf. „ Nein. Nein, das hat keiner verdient. Ihr habt alle Michaela verloren. Alle. Sie dürfen dich nicht dafür verantworten.“ Sie startete den Motor und fuhr los. Die Stille wurde nur durch ein Schniefen des Weinens durchbrochen. Irgendwann bemerkte ich dass wir nicht zu mir fahren. Wir waren schon eine Stunde unterwegs als ich vor mir einen Wald entdeckte. Die Blockhütte, das war das Ziel.
„ Warum? Warum fahren wir da hin?“ fragte ich. „ Ich muss dir was erzählen, etwas was du wissen solltest… Es wird schwer für mich darüber zu reden, aber du sollst es wissen.“

Es schien die Sonne, es war herrlich draußen. Von der Terrasse aus hatte man einen tollen Blick auf den See und die Staumauer. Die Natur war mit jedem Atemzug zu spüren, es roch nach Sommer. Wie wenn jemand den Rasen frisch gemäht hatte. Vögel flogen an mir vorbei, Spielten miteinander Fangen. Ich atmete tief ein und schloss die Augen, gespannt auf das kommende Gespräch. Ich hörte die Tür zuschlage und kurz darauf auch schon die sanften Schritte einer barfüßigen Frau. Klirrende Gläser verrieten dass sie uns Getränke mitgebracht hatte. Ich öffnete die Augen, drehte mich um und sah Diane Parker. Immer noch im schwarzen Mini, die Haare offen. Sie setzte sich auf die freie Liege neben mich und lächelte mich an. „ Willst du dich nicht ausziehen? Ich meine du sitzt hier bei 28 Grad im Anzug.“ Ich schaute sie verwundert an, bemerkte dann aber auch selber dass es ziemlich warm war, also zog ich mein Jackett aus und krempelte die Hosenbeine hoch. Die Krawatte nahm ich auch ab, öffnete drei Knöpfe von der Bluse und machte es mir wieder bequem. „ Gut, Dana, ich will dir erzählen warum die Eltern so aufgebracht waren, oder eher sind und es bleiben… Damals, als mein Bruder starb, da war sie todunglücklich, sie wollte sich umbringen, wollte nicht mehr leben. Irgendwie habe ich es geschafft sie zu ermuntern sich jemand zu suchen mit dem sie über sowas sprechen kann. Nun ja sie lernte einen Psychologen kennen, es blieb nicht professionell. Die beiden mochten sich. Aber irgendwie wollte sie nicht mit ihm schlafen, hatte Angst davor dass es anders ist als mit meinen Bruder. Und als sie es doch wagte, gestand er ihr dass er schwul sei. Sie war zu tiefst enttäuscht. Sie wollte es nicht wahr haben dass es Leute gibt die auf das gleiche Geschlecht stehen. Sie war froh das wenigstens ich Normal wäre.“ Sie schaute mich an und grinste: „ Da habe ich ihr erzählt warum ich keinen Mann habe… Sie war geschockt. Nun ja, ich habe ihr davon erzählt wie schön es ist wenn man mit einer Frau… na du weißt schon… Sie dachte ich hätte noch nicht den Richtigen gefunden und wäre deswegen Solo. Warum auch immer hörte sie mir zu und verstand was ich für Frauen empfand… Sie akzeptierte es und wollte schließlich auch mal solch eine Erfahrung machen. Wir gingen raus, waren schön feiern. Sie war das erste Mal in einer Lesbenbar. Wurde auch von einigen angesprochen. Irgendwann saß ich alleine am Tresen, sie hatte eine nette Begleitung gefunden… Es war zufällig meine Ex… Michaela bedankte sich später bei mir dass ich ihr gezeigt habe dass man nicht nur von Männern geliebt werden kann. Sie stellte ihre Freundin bei ihren Eltern vor. Die konnten das nicht verstehen, erfuhren dann das ich die beiden zusammen gebracht habe. Und seit dem wenden sie sich gegen mich. Und leider auch gegen Michaela. Keiner aus der Familie verstand sie. So gingen sie getrennte Wege. Seit dem stacheln sie immer auf mich ein, wenn sie mich sehen.“ Sie nahm ein Schluck Wasser zu sich, schaute auf den See. Ich war überwältigt, hatte sich doch meine Chefin gerade als Lesbe geoutet. „ Ich bin deiner Frage ausgewichen… weißt du noch? Ich wollte nicht dass du ein falsches Bild von mir bekommst… Immerhin bin ich eine erfolgreiche Unternehmerin. Deine Chefin… Ich weiß wie schwer du es hast, ich meine im Büro, du wirst von den anderen ausgenutzt. Wenn die wüssten dass ich auf Frauen stehe würden sie dir wahrscheinlich noch vorwerfen was mit mir zu haben.“ Sie schaute mich ernst an, ich war überrascht über ihre Worte. Dennoch trafen sie genau den Punkt, sie wusste also wie schwer ich es hatte. Diane schaute zwei Vögel hinterher. „ Seit dem lebe ich mit der Gewissheit Michaela wieder glücklich gemacht zu haben, aber auch die Familie vergrault zu haben, denn es wussten dann alle dass ich auf Frauen stehe. Zu keinem Familienfest wurden wir eingeladen.“ Ich unterbrach sie: „ Und deine Eltern? Wie haben sie reagiert auf dein Outing?“ „ Sie haben es akzeptiert, waren nicht froh aber es war für sie OK… Schließlich haben sich unsere Familien zerstritten. Seitdem geht jeder seine eigenen Wege… Um deine frage nun zu beantworten. Ja ich habe schon mal mit einer Frau geschlafen, aber es ist schon so lange her, es war bis jetzt nicht die Richtige dabei. Weißt du, ich möchte nicht mit jeder, du weißt schon was… Nach ein bisschen Spaß den ich hatte bin ich an den Punkt gekommen auf die Richtige zu warten. Nichts ist schöner als Jemanden zu Lieben und zu wissen das diese Person dich auch liebt.“ Ihre Worte waren wunderschön, sie berührten mich. Wieder musste ich an mysteriousgirl denken, die beiden würden zusammen passen. Da ich die Stimmung etwas heben wollte versuchte ich das Thema zu wechseln: „ Mal was anderes, ich will hier nicht bei diesen schönen Wetter über Tod und Beziehungen sprechen, ich meine nicht nur. Es ist schön dass du dich mir anvertraut hast. Es ist eine Ehre für mich. Und ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst, wie Michaela sich fühlte. Ich habe es selbst so erlebt. All die Freunde, die vermeidlichen Freunde die wir hatten haben sich von uns gewendet als sie erfuhren was wir füreinander empfinden, ich meine Kathy und mich. Das ist echt schwer. Aber ich möchte dich aufbauen, du siehst an mir dass das Leben immer weiter geht, auch wenn du es nicht willst. Darf ich das Thema wechseln?“ Sie blickte mich an: „ Trink dir was, du musst was trinken bei der Wärme… Ich danke dir für dein offenes Ohr, das tut gut mal wieder ganz entspannt mit jemand zu reden, ich meine so frei über Alles… Ich bin auch irgendwie nicht traurig, ich denke dass Michaela nach dem Tod von Paul, meinem Bruder, wieder ein tolles Leben hatte, sie wurde wieder geliebt. Sie war glücklich, das weiß ich, sie hatte es mir oft genug gesagt… Es ist traurig dass sie jetzt tot ist, aber du hast recht, das Leben geht weiter… Danke.“ Ich nahm ihr das Glas ab und nahm ein Schluck. „ Eben die Eltern, ich verstehe sie, sie dürfen auch ruhig böse auf mich sein, aber ich kann damit leben, ich will nun auch nicht mehr auf den Thema weiter drauf rumreiten. Klingt jetzt komisch aber mit dir an meiner Seite bin ich nicht traurig. Genießen wir das Wetter und diese Aussicht. Morgen geht es wieder ins Büro, da holt uns der Alltag wieder ein.“ Diane stand auf und lehnte sich auf den Handlauf der Terrasse. Sagte sie gerade mit mir an ihrer Seite? Was ist los? Ich bin überrascht dass sie so offen und ehrlich mit mir über das redet. Es ehrt mich. Aber eine Sache muss ich wissen. Ist sie…mysteriousgirl? Aus meinen Gedanken heraus sprach ich sie an, wollte sehen wie sie reagiert: „ Du bis mysteriousgirl, oder?“ Ich stand auf, war gespannt auf ihre Reaktion, doch diese blieb aus. Mit langsamen Schritten näherte ich mich ihr. Keine Zweifel, sie muss es sein, diese Ähnlichkeit, nein das kann nicht sein dass 2 Personen genau gleich sind. Ich stellte mich neben sie, schaute sie an. War mir sicher sie wäre mysteriousgirl. Dann bemerkte sie mich neben sich: „ Wa was? Hast du was gesagt? Entschuldige bitte aber ich war gerade in Gedanken.“ Da war er wieder, dieser Blick, der gleiche wie heute Vormittag in meinem Bad. Ich traute mich aber nicht es nochmals zu fragen. Also stammelte ich: „ Spielst du World2? Ich meine du hast dir doch eine Visitenkarte mitgenommen.“ Ihr Blick richtete sich wieder auf den See. „ Ich spiele nicht. Ich habe hier mein Leben, das ist ausreichend genug für mich, da brauche ich nicht noch so einen Cyberquatsch. Aber du scheinst es zu spielen, oder?“ Mit dieser Aussage brachte sie mich durcheinander. Also ist sie es nicht? Das heißt ich liebe nicht meine Chefin sondern eine Person die irgendwo da draußen ist und genau wie ich World2 spielt. Ich muss sie finden. Ich blickte auch auf den See, dann wieder auf die imposante Staumauer. Es war wirklich warm, zu warm für mich, so zog ich mich in den Schatten zurück. „ Alles OK? Ist dir wohl zu warm. Mir auch… ich könnte nackig rumlaufen… aber keine Angst ich werde mich zügeln.“ Wir fingen an zu Lachen. Es war schön ihr Lachen zu hören. Dann beendete sie diesen schönen Augenblick. „ Hey, es ist schon spät, ich fahr dich jetzt besser nach Hause.“ Schon senkte sich meine gute Laune.
Zu Hause angekommen hielt sie den Wagen an. „ Es klingt zwar doof aber… willst du noch mit hoch kommen?“ Sie lächelte mich an: „ Hör zu, ähm, ich denke wir sollten uns auf Arbeit wie immer verhalten, das heißt wir siezen uns, OK?“ Ein Schlag ins Genick war das für mich aber ich nickte und öffnete die Tür. „ Hey, danke. Danke für den Tag, danke für das offene Gespräch… Das bleibt aber unter uns, OK?“ Ihr fragender Blick verriet mir dass sie es so wünschte. „ Klar… Bis morgen früh.“ Ich schlug die Autotür zu und sah ihr nach wie sie wegfuhr.
8.3.13 16:47
 


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Christoph (8.3.13 18:22)
Schrecklich wie oberflächlich du bist. Du kannst nicht echte Namen klauen.

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